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Bericht zur Versammlung in Athen 11.06. – 13.06.2009
Als ich am Freitag, den 12.06. mit meinem Köfferchen direkt vom Flughafen gegen 9.45 h im Clubhaus des Athener Kulturvereins „Philadelphia“ ankam, standen schon die meisten Veranstaltungsteilnehmer heftig diskutierend im Foyer und ich fühlte mich zunächst ziemlich unwohl und fehl am Platze, da sich alle zu kennen schienen. „Augen zu und durch“, dachte ich mir und habe den erstwichtigen „Anzugträger“ angesprochen und schon war ich mittendrin...... Netterweise nahm sich meiner dann der Kulturattachè Herr Schulz an, der wohl froh war, dass die letzte seiner Rednerinnen auch endlich eingetroffen war und stellte mich mehreren Leuten vor, u.a. auch dem deutschen Botschafter.
Um 10.00 h begann die Veranstaltung mit einer kurzen Begrüßungsansprache des deutschen Botschafters in Athen Herrn Dr. Schultheiß. Zunächst begann Frau Dr. Sigrid Skarpelis Sperk, Vorsitzende des Dachverbandes aller deutsch griechischen Gesellschaften in Deutschland, übrigens ehemaliges Mitglied des deutschen Bundestages und wortgewandte Rednerin mit einer Bestandsaufnahme der deutsch griechischen Vereine in Deutschland. Sie hatte 3 Redner mitgebracht, die ihre Gesellschaften in Deutschland präsentierten. Vorgestellt haben sich die Kulturvereine von Wiesbaden/Mainz, von Düsseldorf und vom Saarkreis mit Power Point Präsentationen.
Danach sollte eine Pause sein und anschließend mein Vortrag. Die Pause fiel nach Zustimmung aller Anwesenden weg und schon war ich dran.... Leider dauerte es etwas lange, bis der zuständige Laptop-Beamer–Bediener meine Power Point Präsentation zum Laufen brachte, aber letztendlich klappte mein 20-minütiger Vortrag dann ganz gut mit folgenden Themen: Gründung/Entstehungsgeschichte unseres Vereins, Zielgruppe, Zielsetzung, Verein & Finanzen, unsere Aktivitäten und ein Ausblick.
Im Anschluss daran waren die Anwesenden zur Diskussion aufgefordert und mehrere andere deutsch griechische Vereine in Griechenland meldeten sich mit Wortbeiträgen, wovon aber alle nur spontan und keiner vorbereitet war, da die Teilnehmer nicht wussten, dass sie ebenfalls einen Vortrag hätten halten können. Zu Wort meldeten sich der europäische Kulturverein Olymp, das deutsche Kultur- und Informationszentrum Athen (DKIZ), der Athener Verein „Philadelphia“ und die Vorsitzende des Elternvereins Kreta, die alle Interessantes von ihren Vereinen berichteten. Das war für mich der interessanteste Teil und ich wünschte, dass noch andere Vereine Griechenlands anwesend gewesen wären. Wo waren denn die Thessaloniker oder Rhodos und Patras..... u.s.w.?
Danach kamen wir zu den etwas trockeneren Themen mit dem Vortrag des Vorsitzenden der deutsch hellenischen Wirtschaftsvereinigung Jorgos Chatzimarkakis, der als Mitglied des Europaparlaments wortgewandt seine Zuhörer in den Bann zu ziehen wusste. Er verlies gegen 12.30 h das Auditorium mit der Zusage sich für eine angemessene Preiserhöhung hochwertigen griechischen Olivenöls beim griechischen Wirtschaftsminister einzusetzen, wofür er tosenden Beifall erntete. Das hatte auf den ersten Blick nichts mit den deutsch hellenischen Beziehungen zu tun, aber Herr Chatzimarkakis verwies anschaulich auf die hochwertigen Olivenöle, die im untersten Regal deutscher Handelsketten wie Norma und Aldi zu unzumutbar niedrigen Preisen zu finden seien und schlug so auf seine Art die Brücke zu Deutschland. Im Übrigen hielt er seinen Vortrag in einwandfreiem Deutsch.
Während der gesamten Versammlung übersetzten zwei versierte Simultan-übersetzer alle Rednerbeiträge. Herr Michael J. Maillis, in der Funktion als Vorstandsvorsitzender der deutsch griechischen Industrie- und Handelskammer, rundete mit einer aussagekräftigen Power Point Präsentation über griechische Unternehmergeschichte in Deutschland den wirtschaftlichen Teil der Versammlung ab. Nach so vielen Informationen durstete alle nach einer Runde Kaffee und Erfrischungen und in einer kurzen Pause durfte dem nachgegangen werden.
Wieder zurück im Versammlungsauditorium stand das Thema: „Deutsch Griechische Städte und Schulpartnerschaften“ an und Frau Dr. Gabriele Goldfuß, Leiterin des Referats Europäische und internationale Zusammenarbeit der Stadt Leipzig referierte detailliert über Erfolge und Problematik von Städtepartnerschaften zwischen griechischen und deutschen Städten. Im Anschluss daran äußerte sich eine leitende Angestellte der deutschen Schule Athen über ihre Erfahrungen mit Schulpartnerschaften zu deutschen Schulen.
Dann war endlich gegen 14.00 h Mittagspause und wir wurden im Vereinshaus der „Philadelphia“ mit einem hervorragenden Mittagessen bewirtet. In Buffetform wurden gegrilltes Fleisch, Würstchen, Hühnchen und verschiedene Salate und Vorspeisen gereicht und in netter ungezwungener Runde saßen die Teilnehmer zusammen und diskutierten die Themen des Vormittags. Ich saß mit den Frauen vom DKIZ Athen und der Dame des Elternvereins Kreta am Tisch und daraus ergab sich für mich ein sehr informatives Gespräch. Netterweise gesellte sich im Verlauf der Mittagspause eine junge Volontärin der Griechenland Zeitung zu uns, die einige persönliche Details über die einzelnen Vereins wissen wollte, die sie in einem Bericht über die Versammlung zusammenfassen wollte. Jeder erhielt ein aktuelles Exemplar der Griechenland Zeitung und alle am Tisch Sitzenden gaben ihre Web Adressen und Kontaktinformationen weiter. Also, dann hoffen wir mal auf eine Gelegenheit den Verein in der Griechenland Zeitung präsentieren zu dürfen.....
Nach der Mittagspause ging es mit einer Podiumsdiskussion weiter zum Thema: „Deutsch griechische Bildungs- und Wissenschaftsbeziehungen im internationalen Vergleich – Sind die besten Jahre schon vorbei?“ Auf dem Posdium saßen Frau Dr. Katja Jaeckel vom DAAD Athen, Prof. Ladas, Präsident der DAAD Alumni und mehrere Vertreter der deutschen Schule Athen. Hauptsächlich ging es darum wie griechische Studenen zu einem Studium in Deutschland bewegt werden könnten und umgekehrt, wie könnte Griechenland als Studienland attraktiv gemacht werden. Der nächste Redner war Herr Guy Féaux de la Croix, stellvertretender deutscher Botschafter, der die von allen Teilnehmern im Vorfeld eingesandten Fragebögen auswertete und das Ergebnis vortrug. Alle stimmten mehr oder weniger der Gründung eines Internetportals und einer Dachorganisation aller deutsch griechischer Vereine und Organisationen in Griechenland zu. Er war der Ideengeber zu dieser Versammlung und begründete dies sehr kurzweilig. Es gab ein Podiumsmikrofon für die Redner, aber auch in der Mitte des Auditoriums ein Publikumsmikrophon, das rege genutzt wurde. Am Ende des Veranstaltungstages hatte jeder Teilnehmer sich mindestens einmal zu Wort gemeldet und sich mit Namen vorgestellt, so dass man das Gefühl hatte jeden irgendwie zu kennen. Das schaffte eine sehr angenehme ungezwungene Atmosphäre, die sich auch beim abendlichen Empfang in der deutschen Botschaft fortsetzte. Die letzten Redner waren die beiden Herausgeber der „Griechenlandzeitung’’ Jan Hübel und Robert Stadler, die eine mögliche Internetpräsenz der noch zu gründenden Dachorganisation, bzw. aller deutsch griechischen Gesellschaften bereits erarbeitet hatten und mit einer Power Point Präsentation sehr anschaulich darstellten. Das Auditorium musste nur noch zustimmen, was auch dann am folgenden Versammlungstag geschah, bei dem ich nicht mehr anwesend war.
Das Versammlungsende am Freitag wurde nur durch den anstehenden Buffetempfang in der deutschen Botschaft herbeigeführt, denn es gab noch reichlich Themen, die zur Diskussion anstanden. Nach Versammlungsende musste ich zunächst feststellen, dass der Shuttlebus zum Hotel bereits gefüllt war und auf der Suche nach einer Mitfahrgelegenheit boten sich die beiden Griechenlandzeitungsmacher an..... Auf der ca. 20 min. Fahrt durch Athens Verkehrschaos hatte ich Gelegenheit die beiden etwas kennenzulernen und unseren Verein ein wenig bekannt zu machen, so dass im Herbst zu unserem Oktoberfest ein größerer Bericht zugesagt wurde. Nicht zu erwähnen brauche ich, dass ich unsere Vereinszeitung KORFUTREFF „an den Man’’ gebracht habe. Mal sehen, was sich aus diesem Kontakt ergibt.
Endlich nach 9 Stunden kurzweiligem Versammlungsmarathon im Hotel „President“ angekommen, blieb mir nur noch eine Stunde Zeit um mich umzuziehen und frisch zu machen und dann gings per Taxi ab zur deutschen Botschaft, die schon von Weitem prachtvoll erleuchtet war. Es wurde ein sehr schöner Abend mit interessanten Gesprächen in luxuriöser Umgebung und gutem Buffet. Alle waren sich einig, dass dieses Treffen ein voller Erfolg war und dass man in Kontakt bleiben wolle.
Als Ergebnis der Tagung am Samstag Vormittag lässt sich folgendes festhalten:
Der Entwurf des Internet-Portals von den Jungs der Griechenland-Zeitung wurde nochmals kurz besprochen und für gut und ausbaufähig befunden.
Es wurde eine beschlossen, zunächst eine Arbeitsgruppe zu gründen, die sich um weiteres Vorgehen kümmert, wie
- Zielsetzung einer Dachorganisation (oder andere Bezeichnung) festlegen - wie bzw. woher kommt die Finananzierung bzw. Startfinanzierung - wie sieht die Rechtslage aus - Satzung - nochmalige Einladung möglichst aller Vereine - etc.
In dieser ersten Arbeitsgruppe sind:
Dt. Elternverein Kreta Philadelphia Europ. Kulturverein Deutsch Griechischer Kulturverein Korfu Athener Schule Honorarkonsulat Syros Verein dt. sprechender Juristen
Es gibt dann noch einen Beirat, der zwar nicht in die "Dachorganisation" aufgenommen werden wird, aber dennoch sehr nützlich sein könnte. Das ist z.B. ein Mensch der DGIHK, ein griechischer Jurist, die kath. Kirche, ein spendabler gr. Architekt.
Martina Könen 16.06.2009
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